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Der heilende Klang der Musik

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Der heilende Klang der Musik

Im kroatischen Oldies-Radio läuft gerade der Reggae-Song „Better Must Come” des verstorbenen Delroy Wilson. Es ist ein Lied aus der fernen Vergangenheit – dass jedoch klingt wie wie Nachrichten voller Hoffnung. Und genau die brauchen wir nach zu viel schlechtem Karma im letzten Jahr mehr denn je.

Tausende verloren beim Erdbeben Ende 2020 ihr Zuhause, und viele Menschen aus ganz Kroatien versuchen allen Betroffenen so gut wie möglich zu helfen. Deep-House-DJ Jan Kinčl und sein Kumpel Nenad Barić von der Drum-and-Bass-Crew „Confusion“ zum Beispiel: Sie starteten das Wohltätigkeitsprojekt „Healing Sounds” auf PDV Records.

Mit einer beeindruckenden Auswahl brandneuer Tracks und unveröffentlichter Mixe von insgesamt 20 kroatischen Musiker*innen aus der Welt der Elektronik, war die Initiative auch der Beginn der Zusammenarbeit von Petar Dundov und Ilija Rudman, zwei altgedienten Künstlern. „Morning Glory“ heißt ihre gemeinsame Single

Der nächste Schritt von „Healing Sounds – Croatia Earthquake Relief Project” wird eine digitale Veröffentlichung auf Bandcamp sein, gefolgt von einer Online-Spendenaktion für wohltätige Zwecke und ein paar Vinyl-Veröffentlichungen von weiteren neuen Tracks.

Es gibt auch gute Nachrichten aus Kroatien: Vor ein paar Wochen präsentierte Aquarius Records die zweite Ausgabe des Samplers „Femme Nouvele“ mit Tracks der besten Künstlerinnen. Dazu gehören die Soul-Jazz-Sängerin und Songwriterin Ivana Rushaidat, die Frontfrau von Pocket Palma – Anja Papa  – und die junge Rebellin Billie Joan.

Femme Nouvelle Vol 2

Die Verleihung der 3. kroatischen Musikjournalismus Rock&Off Awards am 11. Februar wird online stattfinden, aber es lohnt sich, darauf zu warten, denn der neue absolute Liebling Je Veux, alias Željka Veverec, ist mit fünf Nominierungen in den zehn Rock&Off-Kategorien dabei.

Lady Željka ist die bemerkenswerte Stimme der Zagreber Soul-Pop-Band Mangroove. Auf der Je-Veux-LP „I Glow”, die von den Kritiker*innen bereits als kroatisches Album des Jahres ausgezeichnet wurde, ist sie zum ersten Mal solo unterwegs.

Der aufsteigende Star Je Veux war am Samstag, den 31. Januar, nicht verfügbar. Diese Datum war zuvor als Termin für ein weiteres Online-Konzert in der Magic-Box-Reihe bestätigt worden, die von meinem Internet-Radio 808 mitproduziert wird. Da es aufgrund der Covid-19-Beschränkungen keine Möglichkeit für Club-Gigs vor Publikum gibt, wird diese Reihe in den kommenden Wochen eine seltene Gelegenheit sein, einige der besten kroatischen Indie-Künstler*innen live zu erleben.

Für das vierte Konzert standen dalmatinische HipHop-Guru Alejuandro Buendija, Techno-Zauberer Petar Dundov, die Zagreber Prog-Jazz-Combo Chui, der Blues-Singer-Songwriter Dimitrije Dimitrijević und die Reggae-Band Brain Holidays (mit ihrem brandneuen Album „Jamaican Connection”, das in den legendären Tuff Gong-Studios aufgenommen wurde) sowie die One-Woman-Band Aklea Neon auf dem Programm.

Die Singer-Songwriterin, Live-Mash-up-Performerin und leidenschaftliche Weltenbummlerin Dorotea Zovko, alias Aklea Neon, schaffte letztes Jahr auch im Schatten der Pandemie einen überraschenden Durchbruch. Nach mehreren Hit-Singles und farbenfrohen Videos wie dem kürzlich erschienenen„Shika Shika” ist sie keine neue Künstlerin mehr. Aklea Neon könnte ein echter kroatischer Popstar des Post-Covid-Zeitalters werden.